Tauchen Sie ein in die Musik der Neunziger! Erinnern Sie sich?

Eine kleine Zeitreise.

Vom „Estate italiana“ mit dem deutschen WM-Triumph bis zu „Mambo Nr. 5“ – das geschah in den 90ern musikalisch.

… wissen Sie noch bzw. wussten Sie schon? Hier erfahren Sie chronologisch, Jahr für Jahr, was sich in den Neunzigern so alles in der Welt der Pop- und Rockmusik tat. Außerdem sehen und hören Sie den Top-Hit des Jahres in den bundesdeutschen Charts – zum Anhören klicken Sie einfach auf das Cover (Verlinkung zu YouTube):

1990

• Am 19. März veröffentlichen Depeche Mode ihr Album „Violator“. Es enthält die Hits „Personal Jesus“, „Enjoy The Silence“, „Policy Of Truth“ und „World In My Eyes“ und wird mit mehr als 15 Millionen verkauften Exemplaren ihr bis heute erfolgreichstes Album.
• Am 5. Mai gewinnt Toto Cutugno mit dem Lied „Insieme 1992“ für Italien in Zagreb die 35. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegen Chris Kempers und Daniel Kovac mit „Frei zu leben“ Platz 9.
• „Un estate italiana“ von Gianna Nannini wird der Sommerhit des Jahres – bei der Fußball-WM in Italien begleitet er den Weg der deutschen Nationalmannschaft zum Titelgewinn.
• Am 21. Juli gibt Roger Waters, Gründungsmitglied von Pink Floyd, auf dem Potsdamer Platz in Berlin das bislang größte Konzert in der Geschichte der Rockmusik: „The Wall“.
• Am 24. August findet zum ersten Mal das „Wacken Open Air“ statt. Es wird später Europas größtes Metal-Festival.
• Die britische Boyband Take That wird gegründet.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1991

• Am 4. Mai gewinnt Carola mit dem Lied „Fangad av en stormvind“ für Schweden in Rom die 36. Auflage des Eurovision Song Contest. Für Deutschland belegen Atlantis 2000 mit „Dieser Traum darf niemals sterben“ Platz 18.
• Am 28. September spielen in Moskau u. a. AC/DC und Metallica bei einem Konzert der „Monsters-of-Rock“-Tour vor ca. 500.000 Zuschauern.
• Am 24. November stirbt Freddie Mercury in London an AIDS.
• Die Britpop-Band Oasis wird gegründet.
Wichtige Album-Veröffentlichungen: Genesis – „We Can’t Dance“, Guns N’ Roses – „Use Your Illusion (I + II)“, Massive Attack – „Blue Lines“, Metallica – „Metallica“, Michael Jackson – „Dangerous“, Nirvana – „Nevermind“, R.E.M. – „Out Of Time“, Roxette – „Joyride“, U2 – „Achtung Baby“, Queen – „Innuendo“: Es ist das letzte Album, das zu Lebzeiten von Freddie Mercury erscheint.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1992

• Am 16. Januar veröffentlicht Eric Clapton sein Album „Unplugged“, es enthält u. a. die Songs „Tears in Heaven“ und eine akustische Version des Derek-And-The-Dominos-Klassikers „Layla“. Das Album verkauft sich über 24 Millionen Mal und gewinnt 1993 drei Grammys.
• Am 20. April findet im Londoner Wembley Stadion vor 72.000 Besuchern das „Freddie Mercury Tribute Concert for AIDS Awareness“ statt, mehr als 1 Milliarde TV-Zuschauer sind in 76 Ländern live dabei. Es treten u. a. auf: David Bowie, Metallica, George Michael, Elton John, Bob Geldof, Guns N‘ Roses, Zucchero, Paul Young, Seal, Lisa Stansfield, Annie Lennox, Liza Minnelli.
• Am 9. Mai gewinnt Linda Martin mit dem Lied „Why me?“ für Irland in Amsterdam die 37. Auflage des Eurovision Song Contest. Für Deutschland belegt die Gruppe Wind mit „Träume sind für alle da“ Platz 16.
• Die Bands Fettes Brot, Blink 182 und Wu-Tang Clan werden gegründet.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1993

• Der sog. „Eurodance“ dominiert die Charts. Bekannte Acts: Snap!, Culture Beat, Two Unlimited, Haddaway, DJ Bobo.
• Am 15. Mai gewinnt Niamh Kavanagh mit dem Lied „In Your Eyes“ für Irland in Millstreet die 38. Auflage des Eurovision Song Contest. Für Deutschland belegt die Münchener Freiheit mit „Viel zu weit“ Platz 18.
• Am 31. August veröffentlicht Mariah Carey mit „Music Box“ das erfolgreichste Album des Jahres: Es verkauft sich weltweit über 30 Millionen Mal, die ausgekoppelten Singles „Dreamlover“, „Without You“ und „Anytime You Need a Friend“ verkaufen sich über 14 Millionen Mal.
• Am 19. Oktober veröffentlicht die Grungeband Pearl Jam ihr zweites Studioalbum, „Vs.“. Es wird das bis dato schnellstverkaufte Album aller Zeiten: Knapp eine Woche nach Veröffentlichung sind bereits 1.000.000 Exemplare verkauft.
• Am 6. November kommt Torsten Fenslau, Musikproduzent, Labelbetreiber und Resident DJ des im Frankfurter Flughafen angesiedelten Clubs „Dorian Gray“, bei einem Autounfall ums Leben – nur 4 Monate, nachdem der Song „Mr. Vain“ der von ihm von produzierten Gruppe Culture Beat ein europaweiter Nr. 1-Hit war.
Die Ärzte feiern ihre Wiedervereinigung.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1994

• Am 5. April begeht Kurt Cobain, Sänger und Gitarrist der Band Nirvana, in Seattle Selbstmord. Nirvana lösen sich in der Folge auf.
• Am 30 April gewinnen Paul Harrington & Charlie McGettigan mit dem Lied „Rock’n’Roll Kids“ für Irland in Dublin die 39. Auflage des Eurovision Song Contest. Für Deutschland belegt die Gruppe Mekado mit „Wir geben ’ne Party“ Platz 3.
• Vom 12.-14. August findet in Saugerties / New York das Festival „Woodstock II“ statt. Es wird von 350.000 Menschen besucht.
• Am 24. November finden am Brandenburger Tor in Berlin zum ersten Mal die „MTV Europe Music Awards“ statt.
• Die Band Rammstein wird gegründet.
The Kelly Family schafft mit dem Album „Over The Hump“ den europaweiten Durchbruch.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1995

• Am 13. Mai gewinnen Secret Garden mit dem Lied „Nocturne“ für Norwegen in Dublin die 40. Auflage des Eurovision Song Contest. Für Deutschland belegen Stone & Stone mit „Verliebt in Dich“ Platz 23 und werden damit Letzte.
• 8. Juli: Mit ca. 400.000 Teilnehmern findet die Loveparade in Berlin zum letzten Mal auf der traditionellen Strecke vom Wittenbergplatz aus über den Ku’damm und wieder zurück statt.
• Am 17. Juli erklärt Robbie Williams seinen Austritt aus der Boyband Take That.
• Am 2. September wird in Cleveland / Ohio das Museum der „Rock and Roll Hall of Fame“ eröffnet.
Wichtige Album-Veröffentlichungen: Die Ärzte – „Planet Punk“, Die Fantastischen Vier – „Lauschgift“, Michael Jackson – „HIStory“, Alanis Morissette – „Jagged Little Pill“, Oasis – „(What’s The Story) Morning Glory?“.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1996

• Am 13. Februar geben Take That ihre Trennung bekannt.
• Am 18. Mai gewinnt Eimear Quinn mit dem Lied „The Voice“ für Irland in Oslo die 41. Auflage des Eurovision Song Contest. Der deutsche Kandidat Leon scheitert mit „Planet Of Blue“ in der Vorrunde.
• Am 11. August brechen Oasis in Knebworth, England, mit 250.000 Besuchern an zwei Tagen den Rekord für die meisten Zuschauer in Konzerten mit freier Stehplatzwahl.
• Am 7. September wird der US-amerikanische Rapper Tupac Shakur angeschossen. Sechs Tage später erliegt er seinen Verletzungen.
• Die Bands Linkin Park, Sportfreunde Stiller, Juli, Nightwish und Coldplay werden gegründet.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1997

• Am 3. Mai gewinnen Katrina And The Waves mit dem Lied „Love Shine A Light“ für Großbritannien in Dublin die 42. Auflage des Eurovision Song Contest. Für Deutschland belegt Bianca Shomburg mit „Zeit“ Platz 18.
Elton John veröffentlicht die umgetextete Version seines 1973er-Hits „Candle In The Wind“, „Goodbye, England’s Rose“, in der er den Tod von Prinzessin Diana betrauert. Bei der Trauerfeier am 6. September in der Westminster Abbey spielt und singt er den Song live. Die Single „Something About The Way You Look Tonight“, deren B-Seite „Candle In The Wind ‘97“ enthält, wird mit 45 Millionen verkauften Exemplaren zur erfolgreichsten Single aller Zeiten. Sämtliche Tantiemen und Erlöse werden dem „Diana Princess of Wales Memorial Fund“ gestiftet.
• Am 7. September startet in Prag die „HiStory-Tour“ von Michael Jackson. Das Eröffnungskonzert ist mit über 120.000 Besuchern das meistbesuchte Michael-Jackson-Konzert aller Zeiten. In Deutschland gibt der „King of Pop“ neun Konzerte.
Wichtige Album-Veröffentlichungen: Oasis – „Be Here Now“, „Blur – Blur“.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1998

• Am 28. März feiern Modern Talking ihr Comeback: Bei „Wetten dass..?“ treten sie mit einem Remix-Medley ihrer größten Hits auf.
• Am 9. Mai gewinnt Dana International mit dem Lied „Diva“ für Israel in Birmingham die 43. Auflage des Eurovision Song Contest. Sie ist im Vorfeld zur am kontroversesten diskutierten Teilnehmerin der ESC-Geschichte, denn: Wenige Jahre zuvor war sie noch ein Mann. Sie als Repräsentantin Israels auszuwählen, sorgt bei den ultraorthodoxen Kräften im Land für Unmut. Für Deutschland belegt Guildo Horn mit „Guildo hat Euch lieb!“ Platz 7.
• Am 11. Juli findet in Berlin zum 10. Mal die Loveparade statt, mit erstmals ca. 1 Million Teilnehmern.
• Beim „Reading Festival“ in Berkshire (England) feiern New Order („Blue Monday“) nach 5 Jahren Trennung am 30. August ihr Comeback.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1999

• Am 29. Mai gewinnt Charlotte Nilsson mit dem Lied „Take Me To Your Heaven“ für Schweden in Jerusalem die 44. Auflage des Eurovision Song Contest. Für Deutschland beleget die Gruppe Sürpriz mit „Reise nach Jerusalem“ Platz 3.
• Die Red Hot Chili Peppers feiern ihre Wiedervereinigung und veröffentlichten am 7. Juni mit „Californication“ ihr bis heute erfolgreichstes Album.

Top-Hit des Jahres in der BRD:

Haben auch Sie derart prägende Erinnerungen an (Ihre) Musik? An eine bestimmte Band, an einen Künstler (w/m/d) oder an bestimmte, mit Musik in Zusammenhang stehende Erlebnisse?
Schreiben Sie es mir per Mail oder als Kommentar auf Facebook. Ich freue mich darauf! Thank you for the Music.

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Tauchen Sie ein in die Musik der Achtziger! Erinnern Sie sich?

Eine kleine Zeitreise.

Von "Popper oder Punker?" bis zum Fall der Mauer dank David Hasselhoff – das geschah in den 80ern musikalisch.

… wissen Sie noch bzw. wussten Sie schon? Hier erfahren Sie chronologisch, Jahr für Jahr, was sich in den Achtzigern so alles in der Welt der Pop- und Rockmusik tat. Außerdem sehen und hören Sie den Top-Hit des Jahres in den bundesdeutschen Charts – zum Anhören klicken Sie einfach auf das Cover (Verlinkung zu YouTube):

1980

• Bereits am 30. November 1979 veröffentlicht, besetzt das Doppelalbum „The Wall“ von Pink Floyd 17 Wochen lang die Spitze der bundesdeutschen Albumcharts. Bis Ende 1984 werden über 30 Millionen Exemplare abgesetzt, bis heute ist es das weltweit meistverkaufte Doppelalbum. Für einige Jahre war es sogar das weltweit meistverkaufte Album überhaupt, bis es von Michael Jacksons „Thriller“ abgelöst wurde.
• Am 19. April gewinnt Johnny Logan mit dem Lied „What’s Another Year“ für Irland in Den Haag die 25. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegt Katja Ebstein mit „Theater“ Platz 2.
• Am 18. Mai nimmt sich Ian Curtis, Sänger der Band Joy Division, das Leben.
• Am 3. November veröffentlichen ABBA ihr vorletztes Album „Super Trouper“, das sich bis Jahresende über 4 Millionen Mal verkauft. Es enthält die Hit-Singles „Super Trouper“ und „The Winner Takes It All“.
• Am 8. Dezember wird John Lennon vor seinem Wohnhaus in New York ermordet.
• Die Bands Bad Religion, Depeche Mode, New Order, New Model Army und R.E.M. werden gegründet.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1981

Blödel-Songs haben in der BRD Hochkonjunktur, u. a. Gottlieb Wendehals – „Polonäse Blankenese“ und Frank Zander – „Ja, wenn wir alle Englein wären“.
• Am 4. April gewinnen Bucks Fizz mit dem Lied „Making Your Mind Up“ für Großbritannien in Dublin die 26. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegt Lena Valaitis mit „Johnny Blue“ Platz 2.
• In den USA geht am 1. August um 00:01 Uhr der Musiksender MTV auf Sendung. Das erste Video ist „Video Killed The Radio Star“ von The Buggles.
• Am 5. Oktober veröffentlichen Depeche Mode ihr Debütalbum „Speak & Spell“. Es enthält u. a. den Klassiker „Just Can’t Get Enough“.
• Am 12. Oktober veröffentlicht die Kölschrockband BAP ihr drittes Album „Für Usszeschnigge!“. Vor allem wegen des darauf enthaltenen Stücks „Verdamp lang her“ gewinnen BAP über Nacht bundesweit an Popularität.
• Die Band Metallica wird gegründet.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1982

• Die Musik- und Modewelle „New Romantic“ befindet sich auf ihrem Höhepunkt – dank Charterfolgen von u. a. Visage, Ultravox, Duran Duran und Spandau Ballet.
• Am 24. April gewinnt Nicole mit dem Lied „Ein bißchen Frieden“ für die Bundesrepublik Deutschland in Harrogate die 27. Auflage des Eurovision Song Contest.
• Am 30. November erscheint das Album „Thriller“ von Michael Jackson – mit bis heute über 140 Millionen verkauften Exemplaren wird es das erfolgreichste Album der Musikgeschichte.
• Am 11. Dezember treten ABBA mit den Liedern „I Have A Dream“ und „Under Attack“ zum letzten Mal als Gruppe auf. Die Bandmitglieder kündigen anschließend an, künftig eigene Projekte zu verfolgen. Eine offizielle Trennung erfolgt bis heute nicht.
• Mit den Toten Hosen und den Ärzten gründen sich die beiden erfolgreichsten deutschen Punkbands.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1983

Michael Jackson steht mit „Thriller“ 37 Wochen lang auf Platz 1 der US-amerikanischen Album-Charts. Auch die Single-Auskopplungen „Billie Jean“ und „Beat It“ erreichen die Spitze der Billboard Hot 100.
• Am 23. April gewinnt Corinne Hermès mit dem Lied „Si la vie est cadeau“ für Luxemburg in München die 28. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegen Hoffmann & Hoffmann mit „Rücksicht“ Platz 5.
• Die „Neue Deutsche Welle“ erlebt ihren auch kommerziellen Höhepunkt. Künstler wie Nena, Hubert Kah, Frl. Menke, Peter Schilling, Trio und Ideal feiern große Erfolge.
Madonna schafft mit ihrer am 7. September veröffentlichten Single „Holiday“ den internationalen Durchbruch.
• Die Bands Alphaville, Pet Shop Boys und The Red Hot Chili Peppers werden gegründet.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1984

Frankie goes to Hollywood landen mit „Relax“ ihren ersten Hit. In Großbritannien toppt der Song fünf Wochen lang die Charts, obwohl die BBC ihn aufgrund des anzüglichen Plattencovers und des homoerotischen Textes zensiert.
• Am 5. Mai gewinnt die Gruppe Herreys mit dem Lied „Diggi-loo, diggi-ley“ für Schweden in Luxemburg die 29. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegt Mary Roos mit „Aufrecht geh’n“ Platz 13.
• Am 14. September präsentiert Madonna bei der Verleihung der MTV Video Music Awards ihren Song „Like A Virgin“ in einem Brautkleid – und sorgt damit für einen Skandal.
• In der BRD feiern Nino de Angelo mit „Jenseits von Eden“ und Herbert Grönemeyer mit „Männer“ ihre ersten großen Erfolge. Auch Depeche Mode landen mit „People Are People“ ihren ersten Nr. 1-Hit.
• Die Bands Deep Purple, Bon Jovi, Modern Talking, New Kids on the Block und Soundgarden werden gegründet.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1985

• Am 4. Mai gewinnt das Duo Bobbysocks mit dem Lied „La det swinge“ für Norwegen in Göteborg die 30. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegt die Gruppe Wind mit „Für alle“ Platz 2.
• Am 25. und 26. Mai findet auf dem Nürburgring zum ersten Mal das Musikfestival „Rock am Ring“ statt.
Modern Talking landen gleich mit ihren ersten drei Singles drei Nr. 1-Hits: „You’re My Heart, You’re My Soul“, „You Can Win If You Want“, „Cheri, Cheri Lady“.
• Am 13. Juli 1985 steigt das Wohltätigkeitskonzert „Live Aid“, anlässlich der Hungersnot in Äthiopien. Es findet zeitgleich im Wembley Stadion in London sowie im JFK Stadium in Philadelphia statt und ist das bis dahin größte Rockkonzert der Geschichte. Maßgeblich organisiert von den Musikern Bob Geldof und Midge Ure, tritt – mit wenigen Ausnahmen (z. B. Michael Jackson, Prince, Bruce Springsteen) – alles auf, was im Rock- und Popgeschäft Rang und Namen hat: u. a. Queen, Duran Duran, David Bowie, Mick Jagger, Nik Kershaw, Madonna, Simple Minds, Thompson Twins, Status Quo, Ultravox, U2, The Beach Boys, Paul McCartney, Sting, Phil Collins, Spandau Ballet, Led Zeppelin, Eric Clapton, Dire Straits, The Who, Bryan Ferry, Bryan Adams und Tina Turner.
• Am 16. September erscheint die erste Single der norwegischen Band a-ha, „Take On Me“. Sie erreicht in 36 Ländern Platz 1.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1986

• Der Stern von Whitney Houston geht auf: Mit „How Will I Know“ und „The Greatest Love Of All“ aus ihrem am 14. Februar veröffentlichten Debütalbum „Whitney Houston“ schafft sie es jeweils an die Spitze der US-Charts.
• Am 3. März veröffentlichen Metallica ihr Album „Master Of Puppets“ – es gilt als Meilenstein des Thrash Metal und als eines der besten Metal-Alben überhaupt.
• Am 3. Mai 1986 gewinnt Sandra Kim mit dem Lied „J’aime la vie“ für Belgien in Bergen die 31. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegt Ingrid Peters mit „Über die Brücke geh’n“ Platz 8.
• Am 30. Juni erscheint Madonnas drittes Album „True Blue“. Ihr gelingt damit in 28 Ländern der Sprung auf Platz 1 der Charts – für eine Interpretin ein noch nie da gewesener Erfolg.
• Am 18. August veröffentlichen Bon Jovi ihr Album „Slippery When Wet“. Es verkauft sich über 14 Millionen Mal.
• Am 29. September veröffentlichen Iron Maiden ihr Album „Somewhere in Time“: Auf ihm kommen erstmals Gitarrensynthesizer zum Einsatz.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1987

• Aus Chicago gelangt Acid House nach Europa und löst eine Euphoriewelle aus, zuerst in England. In Manchester entsteht der legendäre House-Club „Haçienda“. Als erste House-Tracks erreichen „Jack Your Body“ von Steve „Silk“ Hurley und „Pump Up The Volume“ von M|A|R|R|S Platz 1 der UK-Charts. Zum Symbol der Acid-House-Bewegung wird der Smiley.
• Am 9. März veröffentlichen U2 ihr Album „The Joshua Tree“ und etablieren sich dadurch endgültig als Band von Weltrang. Es enthält die Klassiker „With Or Without You“, „Where The Streets Have No Name“ und „I Still haven’t Found What I’m Looking For‘.
• Am 9. Mai gewinnt Johnny Logan mit dem Lied „Hold Me Now“ für Irland in Brüssel die 32. Auflage des Eurovision Song Contest. Es ist der zweite ESC-Sieg für Logan. Für die BRD belegt die Gruppe Wind mit „Lass die Sonne in dein Herz“ Platz 2.
• Am 1. August startet MTV Europe: Musikfernsehen ist nun auch in der BRD empfangbar. Erstes ausgestrahltes Video: Dire Straits – „Money For Nothing“.
• Am 31. August veröffentlicht Michael Jackson „Bad“, das Nachfolge-Album von „Thriller“. Es toppt in 25 Ländern die Charts und verkauft sich bis heute über 45 Millionen Mal.
• Die Grunge-Band Nirvana wird gegründet.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1988

• Mit „I Should Be So Lucky“ beginnt die Weltkarriere von Kylie Minogue. Wie bereits zuvor u. a. Rick Astley und Bananarama, so wird auch Kylie vom britischen Musikproduzententeam Stock, Aitken, Waterman produziert – und insgesamt 15 aus deren Feder stammende Top-Ten-Hits landen.
• Am 30. April gewinnt Céline Dion mit dem Lied „Ne partez pas sans moi“ für die Schweiz in Dublin die 33. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegen Maxi & Chris Garden mit „Lied für einen Freund“ Platz 14.
Acid House ist in der britischen Jugendkultur der größte Hype seit dem Punk. Der Sommer 1988 geht als „Second Summer of Love“ (nach 1967, zu Beginn der Hippiewelle in den USA) in die Musik- und Kulturgeschichte ein. Auch Deutschland erlebt eine Acid-House-Welle: Einer der ersten Clubs, der für diesen neuen Sound steht, ist das „Ufo“ in Berlin. Acid-House Chart-Hits: S’Express – „Theme From S-Express“, Bomb the Bass – „Beat Dis“, Yazz – „The Only Way Is Up“.
• In Frankfurt/M eröffnet der Club „Omen“. Er wird in den folgenden 10 Jahren zu einem Zentrum der weltweiten Techno-Szene.
• Am 11. Juni findet im Londoner Wembley Stadion das „Nelson Mandela 70th Birthday Tribute Concert“ statt, ein Solidaritätskonzert für den südafrikanischen Politiker Nelson Mandela. Es treten u. a. auf: die Bee Gees, Simple Minds, Meat Loaf, Salt’N’Pepa, Eurythmics, Dire Straits, Eric Clapton, UB40, Bryan Adams, Stevie Wonder, Paul Young, Joe Cocker, Natalie Cole, Peter Gabriel, Phil Collins, Tracy Chapman. Für Tracy Chapman ist es der internationale Durchbruch.
• Vor ihrer (vorübergehenden) Auflösung geben Die Ärzte am 9. Juli auf Sylt ihr Abschiedskonzert.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1989

Roxette haben mit dem am 12. Januar aus ihrem Album „Look Sharp!“ ausgekoppelten Song „The Look“ ihren ersten europaweiten Nr. 1-Hit.
• Am 6. Mai gewinnt die Band Riva mit dem Lied „Rock Me“ für Jugoslawien in Lausanne die 34. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegt Nino de Angelo mit „Flieger“ Platz 14.
• Am 1. Juli findet in Berlin auf dem Ku’damm die erste Loveparade statt. Unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ und als politische Demonstration angemeldet, nehmen ca. 150 Personen teil.
• In der Silvesternacht 1989/90 singt David Hasselhoff an der Berliner Mauer seinen Hit „Looking For Freedom“. Das Gerücht, er glaube, es wäre dieser Song gewesen, der die DDR-Bürger dazu motiviert hätte, für mehr Freiheitsrechte auf die Straße zu gehen, hält sich bis heute (ist jedoch von ihm selbst widerlegt).
Wichtige Album-Veröffentlichungen: Fine Young Cannibals – „The Raw & The Cooked“, Lisa Stansfield – „Affection“, Madonna – „Like A Prayer“, Queen – „The Miracle“, Alice Cooper – „Trash“

Top-Hit des Jahres in der BRD:

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Tauchen Sie ein in die Musik der Siebziger! Erinnern Sie sich?

Eine kleine Zeitreise.

Vom Ende der Beatles bis zum ESC mit Dschinghis Khan – das geschah in den 70ern musikalisch:

… wissen Sie noch bzw. wussten Sie schon? Hier erfahren Sie chronologisch, Jahr für Jahr, was sich in den Siebzigern so alles in der Welt der Pop- und Rockmusik tat. Außerdem sehen und hören Sie den Top-Hit des Jahres in den bundesdeutschen Charts – zum Anhören klicken Sie einfach auf das Cover (Verlinkung zu YouTube):

1970

• Die Beatles geben ihre Trennung bekannt. Als letzte Single erscheint am 11. Mai „The Long And Winding Road“, am 18. Mai folgt das letzte Album „Let It Be“. Es war das 14. Album der Beatles, das Platz eins der US-amerikanischen Charts erreichte.
• Am 21. März gewinnt Dana mit dem Lied „All Kinds Of Everything“ für Irland in Amsterdam die 15. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegt Katja Ebstein mit „Wunder gibt es immer wieder“ Platz 3.
• Auf der Farm eines Milchbauern in der Nähe des Dorfs Pilton in England findet am 19. September das „Pilton Pop, Blues & Folk Festival“ statt – unter dem Namen „Glastonbury Festival“ wird es später eines der größten Open-Air-Musikfestivals der Welt werden. Rund 1500 Zuschauer sehen Auftritte von u. a. Marc Bolan, Stackridge und Al Stewart. Im Eintrittspreis von einem Pfund ist freie Milch inbegriffen.
• Die britische Rockband Queen wird gegründet.
• Die deutsche Band Kraftwerk wird gegründet

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1971

• Am 3. April gewinnt Séverine mit dem Lied „Un banc, un arbre, une rue“ für Monaco in Dublin die 16. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegt Katja Ebstein mit „Diese Welt“ Platz 3.
Elton John erreicht mit seinem am 19. Mai erschienenen Album „Honky Château“ erstmals die Spitze der US-Charts.
• Am 1. August finden im New Yorker Madison Square Garden vor insgesamt 40.000 Zuschauern zwei unter der Bezeichnung „Konzert für Bangladesch“ berühmt gewordene Benefiz-Konzerte statt, organisiert von u. a. George Harrison. Sie sollen Geld für Hilfsmittel für Bangladesch-Flüchtlinge einnehmen, deren Anzahl infolge des Bangladesch-Krieges auf zehn Millionen angewachsen war. Es treten u. a. auf: Ringo Starr, Bob Dylan, Billy Preston, Leon Russell und Badfinger. 243.418,50 US-Dollar werden eingenommen, mit denen UNICEF Hilfsgüter und -leistungen bezahlt.
• Am 11. November veröffentlicht John Lennon auf seinem gleichnamigen Album das Lied „Imagine“.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1972

• Am 25. März gewinnt Vicky Leandros mit dem Lied „Après toi“ für Luxemburg in Edinburgh die 17. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegt Mary Roos mit „Nur die Liebe lässt uns leben“ Platz 3.
• Unter dem Bandnamen „Björn und Benny, Agnetha und Anni-Frid“ veröffentlichen die vier schwedischen Künstler Björn Ulvaeus, Benny Andersson, Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad im Juni ihre erste Single: „People Need Love“.
• Die amerikanische Rockband Creedence Clearwater Revival trennt sich nach nur fünf, aber sehr erfolgreichen, Jahren.
• In Ost-Berlin wird die Rockgruppe City gegründet.
• Die US-amerikanische Hardrock-Band Van Halen wird gegründet.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1973

• Am 14. Januar schreibt Elvis Presley Musik- und Fernsehgeschichte: „Aloha From Hawaii“ ist das erste Konzert, das weltweit live via Satellit übertragen wird – mehr als eine Milliarde Menschen sehen und hören zu.
• Am 26. März veröffentlichen ABBA ihr Debütalbum „Ring Ring“.
• Am 7. April gewinnt Anne-Marie David mit dem Lied „Tu te reconnaitras“ für Luxemburg in Luxemburg die 18. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegt Gitte mit „Junger Tag“ Platz 8.
• Gründung der Rockgruppe Wicked Lester, die 1974 in Kiss umbenannt werden wird.
• Am 31. Dezember gründen die in Schottland geborenen Brüder Angus und Malcolm Young in Sydney die Hardrock-Band AC/DC.
Wichtige Album-Veröffentlichungen: Led Zeppelin – „Houses Of The Holy“, Pink Floyd – „The Dark Side Of The Moon“, Mike Oldfield – „Tubular Bells“, Genesis – „Selling England By The Pound“, Queen – „Queen“, Elton John – „Goodbye Yellow Brick Road“

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1974

• Die Ära des Punkrock beginnt: Im Januar gründen sich in New York die Ramones, Patti Smith veröffentlicht ihre erste Single „Hey Joe“ – sie gilt als die erste Punkrock-Single überhaupt.
• Am 6. April gewinnen ABBA mit „Waterloo“ für Schweden in Brighton die 18. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegen Cindy & Bert mit „Die Sommermelodie“ Platz 14.
• Die ersten Hits des Disco-Sound erobern die Charts: George McCrae – „Rock Your Baby“, Carl Douglas – „Kung Fu Fighting“, ABBA – „Waterloo“.
• Im November erscheint „Autobahn“, das vierte Studioalbum der Band Kraftwerk.
• Am 29. November veröffentlichen Genesis ihr Album „The Lamb Lies Down On Broadway“, kurz darauf verlässt Peter Gabriel die Band.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1975

• Am 22. März gewinnt die Gruppe Teach-In mit dem Lied „Ding-A-Dong“ für die Niederlande in Stockholm die 20. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegt Joy Fleming mit „Ein Lied kann eine Brücke sein“ Platz 17.
• Am 15. September erscheint das in den Londoner Abbey Road Studios aufgenommene Album „Wish You Were Here“ von Pink Floyd.
• Am 31. Oktober erscheint, als Auskopplung aus dem Album „A Night At The Opera“, der Song „Bohemian Rhapsody“ von Queen. Die Single verkauft sich weltweit über fünf Millionen Mal und wird der erste Nr. 1-Hit der Band.
• Die britischen Bands Iron Maiden und Motörhead werden gegründet.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1976

ABBA gelingt mit den Alben „Greatest Hits“ und „Arrival“ sowie den Singles „Fernando“, „Dancing Queen“ und „Money, Money, Money“ der weltweite Durchbruch. „Dancing Queen“ wird für ABBA der erste und einzige Nr. 1-Hit in den US-Charts.
• Die Bee Gees veröffentlichen die Single „You Should Be Dancing“. Sie ist ein Vorgeschmack auf die kommende Discowelle.
Boney M. landen mit „Daddy Cool“ und „Sunny“ europaweite Hits.
• Am 3. April gewinnt die Gruppe Brotherhood Of Man mit dem Lied „Save Your Kisses For Me“ für Großbritannien in Den Haag den 21. Eurovision Song Contest. Für die BRD belegen die Les Humphries Singers mit „Sing Sang Song“ Platz 15.
• Am 28. September veröffentlicht Stevie Wonder sein Album „Songs In The Key Of Life“, für das er zwei Grammys gewinnt. Die Single „I Wish“ gewinnt ebenfalls einen Grammy.
• Am 5. Dezember veröffentlicht Jean Michel Jarre sein Debütalbum „Oxygène“ – einen Meilenstein der elektronischen Musik, mit dem ihm der weltweite Durchbruch gelingt. In Frankreich verbleibt es 18 Wochen lang an der Spitze der Charts.
• Am 8. Dezember veröffentlichen die Eagles ihr Studioalbum „Hotel California“ sowie „Their Greatest Hits 1971–1975“, das mit über 40 Millionen verkauften Exemplaren zum meistverkauften Best-Of-Album aller Zeiten wird.
• Am 10. Dezember veröffentlichen Queen ihr fünftes Album „A Day At The Races“. Die Single „Somebody To Love“ wird international zum Hit.
• In Dublin wird die Rockband U2 gegründet.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1977

• Am 7. Mai gewinnt Marie Myriam mit dem Lied „L’Oiseau et l’enfant“ für Frankreich in London die 22. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegen Silver Convention mit „Telegram“ Platz 8.
• Die Disco-Welle erobert die Welt: Am 15. November erscheint der Soundtrack zum Film „Saturday Night Fever“ mit den Hits der Bee Gees („Staying Alive“, „Night Fever“, „How Deep Is Your Love“, „If I Can’t Have You“, „More Than A Woman“) und führt kurz darauf rund um den Globus die Charts an. In Deutschland rangiert das Album 8 Wochen, in Großbritannien 18 Wochen und in den USA 24 Wochen lang auf Platz 1 – in den USA verlässt es die Charts erst im März 1980.
• Die britische Band Dire Straits wird gegründet.
• Die österreichische Band EAV (Erste Allgemeine Verunsicherung) wird gegründet.
Wichtige Album-Veröffentlichungen: AC/DC – „Let There Be Rock“, David Bowie – „Heroes“, The Clash – „The Clash“, ELO – „Out Of The Blue“, Fleetwood Mac – „Rumours“, Kraftwerk – „Trans Europa Express“, Meat Loaf – „Bat Out Of Hell“, Iggy Pop – „Lust For Life“, Sex Pistols – „Never Mind The Bollocks, Here’s The Sex Pistols“

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1978

• Der Soundtrack des Musicalfilms „Grease“, mit John Travolta und Olivia Newton-John, wird zum Mega-Erfolg, die Single „You’re The One That I Want“ zum weltweiten Nr. 1-Hit.
• „Rivers Of Babylon“ von Boney M. rangiert knapp vier Monate lang auf Platz 1 der bundesdeutschen Single-Charts. Es ist der fünfte Nr.1-Hit hintereinander der von Frank Farian produzierten Gruppe. Auch „Rasputin“ erreicht 1978 noch den Chartplatz an der Sonne.
• Am 22. April gewinnt Izhar Cohen mit dem Lied „A-Ba-Ni-Bi“ für Israel in Paris die 23. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegt Ireen Sheer mit „Feuer“ Platz 6.
• Im Rahmen seiner Welttournee spielt Bob Dylan zum ersten Mal Konzerte in Deutschland.
• Nach „Oxygène“ wird auch „Equinoxe“, das im Dezember veröffentlichte zweite Album von Jean Michel Jarre, ein internationaler Millionenseller.

Top-Hit des Jahres in der BRD:


1979

• Am 9 Januar findet in New York anlässlich des „Jahres des Kindes“ das „Konzert für UNICEF“ statt. Es treten u. a. auf: ABBA, Bee Gees, Olivia Newton-John, John Denver, Earth, Wind & Fire, Rod Stewart und Donna Summer.
• Am 31. März gewinnen Gali Atari und Milk & Honey mit dem Lied „Hallelujah“ für Israel in Jerusalem die 24. Auflage des Eurovision Song Contest. Für die BRD belegen Dschinghis Khan mit „Dschinghis Khan“ Platz 4.
• Am 9. November wird „Rappers Delight“ von der Sugar Hill Gang veröffentlicht – es ist der erste Rap-Song, der sich in den US-Charts platziert. Dort schafft er es bis auf Platz 36, in Deutschland bis auf Platz 3.
Wichtige Album-Veröffentlichungen: ABBA – „Voulez-Vous“, AC/DC – „Highway To Hell“, David Bowie – „Lodger“, The Clash – „London Calling“, Dire Straits – „Communiqué“, Michael Jackson – „Off The Wall“, Joy Division – „Unknown Pleasures“, Peter Maffay „Steppenwolf“, Manfred Mann’s Earth Band – „Angel Station“, The Alan Parsons Project – „Eve“, Pink Floyd – „The Wall“, The Police – „Reggatta de Blanc“

Top-Hit des Jahres in der BRD:

Haben auch Sie derart prägende Erinnerungen an (Ihre) Musik? An eine bestimmte Band, an einen Künstler (w/m/d) oder an bestimmte, mit Musik in Zusammenhang stehende Erlebnisse?
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Die Kunst des Aufnehmens. Oder: "Hoffentlich quatscht er nicht rein!"

Die wöchentliche Hitparade: Spannung, Genuss und verdammt harte Arbeit.

Eine Herztransplantation war ein Dreck dagegen.
Lesedauer: 10 Minuten, die sich lohnen

Man kam sich vor wie ein Chirurg vor einer OP: Kassette ins Kassettenfach einlegen, ans Ende des zuletzt aufgenommenen Liedes spulen, das Band 3 Sekunden weiterlaufen lassen, zunächst *Stop* und sodann gleichzeitig *Record*, *Play* und *Pause* drücken – und dann: warten. Warten, bis der Hitparaden-Moderator ankündigt, den nächsten Top-Hit zu spielen, der von den Radiohörern auf Platz soundso gewählt worden ist und „den man noch nicht hat“. Meint: „den man noch nicht auf Kassette gebannt hat“. Entweder, weil der Song erstmals platziert – und ergo der heißeste neue Scheiß – ist, oder weil man ihn zuvor verpasst hatte, oder weil man ihn erst jetzt, nach mehrmaligem Hören, dann doch ganz gut findet und als aufnehmenswert erachtet. Schließlich ist der Platz auf den vom knappen Taschengeld erstandenen Leerkassetten (zumeist von  BASFTDK oder Maxell) rar und daher extrem kostbar. … Da, der Moderator meldet sich: „Und nun: Platz Nummer Fünf!“ … für einen Moment steht die Zeit still, die Spannung ist unerträglich: Welcher Song wird es sein?!? Ist es der ersehnte? Werde ich in wenigen Minuten eine in meiner Songsammlung klaffende Lücke geschlossen haben?!? Oh, falls er nicht – Angst umklammert mein kleines Herz – gegen Ende des Liedes zu früh reinredet … hoffentlich nicht … bitte, bitte nicht …
Wer in den späten Siebzigern bzw. in den Achtzigern aufwuchs und musikbegeistert war, kennt diese Szenerie – sie spielte sich Woche für Woche im Kinder- bzw. Jugendzimmer ab. Die wöchentliche Hitparade: Zwei Stunden lang vergoss man Blut, Schweiß und Tränen.

Wenn die Displays magisch leuchteten …

Die Bedienung einer NASA Mondfähre war dagegen ein Kinderspiel.

Zwei Stunden lang pures Spektakel.

Wer mich kennt, weiß, dass ich von einer „Früher war alles besser“-Haltung weit entfernt bin. Obwohl sich ABBA und die Beatles getrennt haben und aller Grund dafür bestände. Doch zur Herausbildung des persönlichen, kindlich-jugendlichen Wertekanons war das Thema ‚Musik und wie ich sie bekomme‘ für unsere Generation von elementarer Bedeutung.

Klar: Jeder mag Musik. Heute genügt ein Klick zum sekundenschnellen Download, bevor es das Internet, Musikfernsehen oder auch nur eine Anmutung der heutigen Medienwelt gab, war jedoch nichts davon ganz einfach so greifbar – und schon gar nicht jederzeit. Klingt komisch, war aber so.

Der Wert, den eine vom knappen, zusammengesparten Taschengeld gekaufte Schallplatte daher besaß, oder den ein Lied hatte, auf das man tagelang hatte warten müssen, bis es im Radio gespielt wurde, so dass man es auf Kassette aufnehmen und dann so oft hören konnte, wie man wollte, schulte jedenfalls nicht nur mein Werteempfinden enorm. Anders gesagt: Man lernte, einem persönlich wichtige Dinge zu schätzen, weil es einiger Anstrengungen bedurfte, sie zu erhalten. Wie zum Beispiel die aktuellen Charthits auf Kassette.

Ganz gleich in welchem Sendegebiet Deutschlands man lebte, welcher der persönliche Haussender war und egal wie die Sendung und der Moderator hießen – ob also die ‚Hitparade International‘ mit Werner Reinke auf hr3, die ‚SWR 3 Hitline‘ mit Elmar Hörig oder Stefanie Tücking (sonntagsabends von 18:00 bis 20:00 Uhr), ‚Fritz und Hits‘ mit Fritz Egner auf Bayern 3, die entsprechenden Formate auf NDR 2 oder WDR 2 oder welche Chartshow auch immer: Die Hitparade und das Abenteuer des Mitschneidens auf Tape waren Happenings, implizieren identische Erfahrungen und wecken heute dieselben Erinnerungen.

Immer wieder donnerstags. Vor allem: donnerstags.
Ein Beispiel: Donnerstags ging in Hessen – auf hr3 – zwischen 19:00 und 21:00 Uhr die ‚Hitparade International‘ mit Moderator Werner Reinke auf Sendung. Sie war von 1974 bis 1989 das Epizentrum jugendlich-hessischen Musikinteresses. Denn hier geschah es: Hier bekam man, eingebettet in eine mitreißende Show und von der markanten Stimme Reinkes befeuert, quasi alle aktuellen Hits aus Pop und Rock serviert. Das Beste: Die Songs wurden so präsentiert, dass man es als nach ihnen lechzender Aufnahme-Musikus leicht hatte, sie mitzuschneiden und dadurch für alle Zeiten zu besitzen. Hot: Schon tags drauf waren sie in der Schule, auf Kassette in den Ghettoblaster von Klassenkamerad Martin eingelegt, Ausdruck des jugendlichen Horizonts und Zeitgeistempfindens.

Damit war der Schultag gerettet: im Schulbus, auf dem Weg von der Bushaltestelle zur Schule, in den Pausen und ab 13:00 Uhr wieder zurück zum sowie im Bus. Martin in der Mitte, alle anderen, möglichst nah drum herum.

Kaum zurück vom Fußballtraining meiner D-, C- oder B-Jugendmannschaft, schaltete ich meinen Kassettenrecorder der Marke Philips bzw. ab Juni 1984 meine Stereoanlage der Marke Pioneer ein. Endlich waren die Nachrichten und der Verkehrsservice vorbei, endlich erklang das die Sendung eröffnende Jingle: „Hitparade – Internationaaaaaal … mit Wer-ner Reeeiiiinnkkeeee!“ Ab jetzt war der Zirkus in der Stadt. Markant war auch die Unterlegmusik, auf die Meister Reinke seine Begrüßungsmoderation drapierte: ‚The Human League – Being Boiled‘. Die hatte er jedoch etwas hochgepitcht (= die Schallplatte in einer höheren Geschwindigkeit abspielen), im Radio lief sie schneller. Und das muss man sich mal vorstellen: Da sitzt der Moderator im Studio vor seinem Mikro und legt entweder selbst die nächste Schallplatte auf oder die redaktionelle Hilfskraft hinter der Glasscheibe ihm gegenüber erledigt das. Nix digital. Alle paar Wochen sprang eine Platte dann auch mal oder blieb hängen – für den Aufnehmenden zu Hause war das natürlich eine mittlere Katastrophe, denn damit war die Aufnahme futsch, das Warten auf genau dieses Lied vergebens gewesen. Zum Glück war Werner Reinke gnädig und startete entweder direkt einen zweiten Versuch oder, wenn das aus Zeitgründen nicht möglich war, initiierte er beim Moderator der ab 21:00 Uhr auf seine Show folgenden Sendung eine Wiederholung dort. Im worst case musste man eine Woche lang warten und darauf bauen, dass sich der Song abermals platzieren würde. Drama, Baby! 😉

Gleichzeitig gedrückt: *Record**Play*, *Pause* – und den Zeigefinger auf *Pause*.

Als aufmerksamer Beobachter der offiziellen Verkaufscharts und konstanter Hitparadenhörer wusste man natürlich ungefähr

∙ wann mit einem bestimmten, sich in den Top 75 neu platziert habenden, potenziellen Mega-Hit auch in der Radio-Hitparade zu rechnen war (in der Regel in der Sendung unmittelbar darauf)
∙ wie schnell sich ein Song Donnerstag für Donnerstag Richtung Platz 1 vorschieben würde
∙ wie lange sich das Lied auf Platz XY halten würde
∙ wann sich das Lied wieder nach unten orientieren würde

Warum das alles so wichtig war? Weil man die Uhrzeit, wann ein bestimmter Song, den man aufnehmen wollte, zwischen 19:00 und 21:00 Uhr möglichst exakt einschätzen musste. Schließlich konnte man nicht einfach 2 Stunden lang abgeschottet vom Rest der Welt im Jugendzimmer sitzen und Radio hören, sondern man musste nach dem Fußballtraining duschen, mithelfen, den Abendbrottisch zu decken, Abendbrot essen, den Tisch wieder abräumen, evtl. noch eine letzte Hausaufgabe erledigen. Während all dem galt es, das Ohr am Geschehen zu behalten. Timing war alles. Ergo die Situation bei uns am Abendbrottisch: In unseren Jugendzimmern hatten mein Bruder und ich unsere Kassettenlaufwerke präpariert (wie oben zu lesen), die Hitparade war zu hören: in Olivers Zimmer, in meinem Zimmer, im Wohnzimmer, und die Eltern fragten genervt, ob das denn wirklich alles sein müsse. Unsere Antwort: ein knappes, kompromissloses „Ja!“
Dann – die Spannung war greifbar, die Luft zum Schneiden dick – kündigte der Moderator den Song an, auf den man gewartet hatte (bzw. einen der Songs, auf die man gewartet hatte) und dann ließ entweder ich oder mein Bruder oder ließen wir beide unser Besteck fallen, schoss also entweder ich oder mein Bruder oder schossen wir beide wie von sämtlichen Taranteln gestochen in unser(e) Zimmer, hechteten vor unser aufnahmebereites Tapedeck und drückten hoffentlich genau dann, wenn das Jingle „Hit Nummmmeeer Eeeeiiiinnnsss“ verklungen, der erste Takt des Songs jedoch noch nicht erklungen war, die *Pause*-Taste. Hatte ich erwähnt, dass Timing alles war? Denn dann begannen sich die beiden Rädchen inmitten des Kassettengehäuses nach links zu drehen – das beruhigende Zeichen, dass man das Lied mitschnitt. Geschafft! Glücksgefühle.

Jetzt begann das Zittern: "Hoffentlich quatscht er nicht rein!"

Hatte man – millisekundengenau – hoffentlich den richtigen Moment des Loslassens der *Pause*-Taste erwischt und drehte sich in der Kassettenschublade das Magnetband, so verblieb dennoch eine letzte Hürde: das Ende des Songs – und damit das Ende der Aufnahme – sowie die damit verbundene Frage, wie das Lied beendet würde … Stoßgebete gen Himmel: „Hoffentlich spielt der Moderator das Lied bis zum Ende aus und redet nicht zu früh hinein … Im Ideeeaaaalfall würde er uns treu ergebenen Hörern sogar noch eine Sekunde völliger Stille schenken, damit wir auf *Pause* drücken könnten, ohne einen ersten Sprachfetzen „mitzunehmen“ …
Alternativ zu diesem Gefühl des völligen Ausgeliefertseins erwog man (man kannte seinen Moderationspappenheimer ja mittlerweile und wusste daher, wann er gen Ende eines Songs zu dessen Abmoderation anzusetzen pflegte), selbsttätig, mittels des Aufnahmepegel-Reglers, auszublenden. Hier bestand jedoch die Gefahr, womöglich zu früh mit der Ausblendung zu beginnen und dadurch einige Sekunden der kostbaren Aufnahme zu verschenken. Leben am Limit.
Zum Glück war Werner Reinke immer auf der Seite seiner Hörer: Er spielte jeden in den Top 10 platzierten Song aus und sprach lediglich in die Neuvorstellungen hinein. Aber die waren ja im Idealfall schon eine Woche später ebenfalls platziert, sprich: von den Hörern in die ‚Hitparade International‘ hinein gewählt worden, und wurden ergo spätestens dann ausgespielt. Von Herzen „Danke, Werner!“ 🙂

Die Nachbereitung: Bestandsaufnahme, Manöverkritik, Optimierungen.

Da es während der Sendung ja Schlag auf Schlag ging und ein Hit den nächsten jagte, blieb wenig bis keine Zeit, um zu überprüfen, ob denn die bereits getätigten Aufnahmen punktgenau begonnen hatten respektive ob sie in Perfektion beendet worden waren. Alles, was man während der Sendung tun konnte, war, nach jedem mitgeschnittenen Song 3-4 Sekunden Pause (= Stille) zu lassen, um nachträgliche Löschungen ggf. mitgeschnittener Sprachfetzen vornehmen zu können, ohne dass der Anfang des anschließend aufgenommenen Liedes angetastet würde. Zum Zwecke einer Sprachfetzenlöschung musste man kurz vor dem Einsetzen der unabsichtlich aufgenommenen Moderatorenstimme auf *Record*, *Play* und *Pause* drücken, den Aufnahmepegel ganz runter drehen, *Pause* sodann loslassen und dadurch den Sprachfetzen mit Stille überblenden. Das war zwar in gewisser Weise eine Notlösung, aber mir persönlich lieber als ein Stimmenextrakt. Puuh …

Heute unvorstellbar, damals normal: Aktuelle Songs mussten mühsam gejagt werden.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt der Manöverkritik: Welche Songs hatte man zu seiner Sammlung hinzufügen können, welche fehlten weiterhin? Denn man bekam ja nicht wirklich alle-alle-alle aktuellen Hits in ein und derselben Sendung zu hören. Wollte man also am ultimativen Musikpuls der Zeit sein, galt es, Lieder, die nicht in der ‚Hitparade International‘ platziert waren, sonntags in der ‚Hitline‘ auf SWR 3 zu erlegen. Oder am frühen Mittwochabend auf WDR 2. Oder direkt anschließend auf Bayern 3. Ganz einfach, um möglichst das Geld für den Kauf der teuren 7“-Vinylsingles zu sparen. 6 DM für eine Single waren schließlich ein kleines Vermögen. Auf eine 90er-Leerkassette hingegen passten knapp 25 Songs, das war viel wirtschaftlicher. So kosteten im Musikfachhandel meines jugendlichen Vertrauens, im ‚Breitenfelder‘ auf der Kaiserstraße unserer Kreisstadt Friedberg, zwei BASF Chromdioxid Super II 9,90 DM. Das war Platz für umgerechnet ca. 50 Songs, damit konnte man mehrere Wochen lang arbeiten. Wenn nicht sogar Monate. Daher ist jedes fertiggestellte Mixtape viel mehr als nur eine Ansammlung von Songs: Es ist ein Zeitdokument.

Ach ja, das hätte ich beinahe vergessen: den Aufnahmepegel, den Bandsortenschalter und Dolby NR.

Diese Schalter, die eine hypermoderne Stereoanlage des Jahres 1984 selbstverständlich besaß, eröffneten weitere Aufnahmeoptionen, warfen jedoch damit zusammenhängende Fragen auf.

Die Sache mit dem Aufnahmepegel war noch vergleichsweise einfach: Je höher er eingestellt war, desto mehr lief man Gefahr, dass die Aufnahme verzerrte. Je tiefer, desto dumpfer klang hinterher ein Lied.
Man justierte den Pegel also so, dass er möglichst eine Allgemeingültigkeit besaß, egal ob für ein basslastiges Stück, das ergo nicht zu hoch aussteuern durfte, oder für eine Ballade, die vor sich hin waberte, aber auf Tape dennoch klanglich ausgereift daherkommen sollte. Höchstens ein klein wenig nachjustieren, live, während der Aufnahme – ein durchaus kleiner Ritt auf der Rasierklinge …

Offerierte das Tape Deck die Option einer Bandsortenwahl, z. B. ‚Chrome‘ oder ‚Ferro‘, so lohnte sich ein Experiment, gleichwohl man z. B. ausschließlich Chromdioxid-Kassetten verwendete. Denn: Ein Chromdioxid-Tape, auf das man unter Anwahl des ‚Ferro‘-Modus aufnahm, klang etwas anders, als nach der Verwendung der ‚Chrome‘-Variante. Und umgekehrt. – Bevor Sie fragen: Ja, ich hatte Freunde. Ja, ich spielte Fußball wie ein Bekloppter und jagte auf meinem Fahrrad durch die Straßen unseres Dorfes – aber während Klassenkameraden auf ihrem C64 erste Programmierversuche unternahmen, dechiffrierte ich meine Stereoanlage. 😉

Nächstes Stichwort: Dolby NR. Das NR stand für ‚Noise Reduction‘. Es handelte sich, wie Kenner wissen, um ein Rauschunterdrückungssystem: Es unterdrückte bzw. minimierte das bei Kassetten obligatorische Hintergrundrauschen. Ich erinnere mich an den Kauf meiner ersten Stereoanlage, am Tag nach meiner Konfirmation, im ProMarkt in Ffm-Eschborn. Aufgeregt wie ein Fußball-Nationalspieler vor’m WM-Finale betrat ich in Begleitung meiner Erziehungsberechtigten den Store. Schnurstracks in die richtige Abteilung und einen Verkäufer angesprochen, der präsentierte mir dann diese und jene Anlage, bevor er mich zu einem technischen Wunderwerk der Marke Pioneer führte. Er erklärte mir zunächst diverse andere Geräteeigenschaften, bevor er die magischen Worte sprach: „Das Kassettendeck bietet etwas völlig Neues: Es hat Dolby.“ Ich: „Was ist Dolby?“ Er: „Das ist ein Rauschunterdrückungssystem.“ Ich war starr vor Begeisterung. WAS FÜR EIN HEISSER SCHEISS!!! Die Entscheidung war gefallen.

In den kommenden Wochen experimentierte ich, welche Aufnahmevariante am besten klänge: mit Dolby aufnehmen und auch abspielen; mit Dolby aufnehmen, aber ohne Dolby abspielen; ohne Dolby aufnehmen, aber mit Dolby abspielen oder ohne Dolby aufnehmen und auch abspielen. Ich kam mir vor wie ein Raketenwissenschaftler.

Heute weiß ich: So schulte ich mein Gehör, entwickelte ich ein extrem feines Gefühl für Klänge, Klangoptionen und -qualitäten. Etwas, das mir auch als DJ zugute kommt.

Meine jahrelang (wie zuvor beschrieben) bespielten Kassetten lagern im hintersten Eck meines Kellers, aber hier einige meiner ab 1992 entstandenen Tapes, die ich greifbar habe: u. a. mit während der hr3-Clubnight aufgenommenen DJ-Sets. Sorgsam beschriftet, durchnummeriert und heiß geliebt 🙂

Ob genau so oder so ähnlich: Es sind die Erfahrungen (m)einer Generation.

„Genau so war’s!“, „Was hab ich geflucht, wenn er reinquatschte!“, „Und wenn man dann noch zwischendrin Bandsalat hatte!“ – wer zur (später entsprechend des gleichnamigen Buchs von Florian Illies genannten) „Generation Golf“ gehört – wer also in den Siebzigerjahres geboren wurde, kennt das alles. Und auch wenn das alles für heutige Ohren ziemlich befremdlich klingen mag: Es waren und sind wichtige Erfahrungen. Weil man dadurch das Wertschätzen lernte. Man lernte, sich Zeit für etwas zu nehmen, auf etwas zu warten – und sich dann umso mehr darüber freuen, wenn man es endlich hatte. Und wenn es nur ein bestimmtes Lied war – damals jedoch war es die Welt. So lotete man unbewusst Emotionalitäten, Gefühlszustände, aus. Das war (und ist) charakterbildend.
Wie schade, dass die Generierung neuer Musik heute oftmals, gerade für viele jüngere Menschen, ein emotionsloser Downloadvorgang ist. Aber: Das ist eben so, as time goes by. Ich bin jedoch überaus dankbar dafür, das hier Geschilderte erlebt zu haben – und ich kenne niemanden meiner (bzw. ja vielleicht unserer) Generation, der es nicht ebenfalls ist. Wie schön, sich bis über beide Ohren grinsend über derartiges auszutauschen und dabei jene Werte zu zelebrieren. Auch wenn es manchmal ein bisschen freaky anmutet. Sehr gerne. 😉 Und genau das meine ich auch, wenn ich erzähle, mich während einer Party, auf der ich auflege, darüber zu freuen, auf diese oder jene Platte angesprochen zu werden. Weil ich dann spüre, was dieser Song diesem Menschen bedeutete – und noch immer bedeutet.

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