Die wöchentliche Hitparade: Spannung, Genuss und verdammt harte Arbeit.

Eine Herztransplantation war ein Dreck dagegen.
Lesedauer: 10 Minuten, die sich lohnen

Man kam sich vor wie ein Chirurg vor einer OP: Kassette ins Kassettenfach einlegen, ans Ende des zuletzt aufgenommenen Liedes spulen, das Band 3 Sekunden weiterlaufen lassen, zunächst *Stop* und sodann gleichzeitig *Record*, *Play* und *Pause* drücken – und dann: warten. Warten, bis der Hitparaden-Moderator ankündigt, den nächsten Top-Hit zu spielen, der von den Radiohörern auf Platz soundso gewählt worden ist und „den man noch nicht hat“. Meint: „den man noch nicht auf Kassette gebannt hat“. Entweder, weil der Song erstmals platziert – und ergo der heißeste neue Scheiß – ist, oder weil man ihn zuvor verpasst hatte, oder weil man ihn erst jetzt, nach mehrmaligem Hören, dann doch ganz gut findet und als aufnehmenswert erachtet. Schließlich ist der Platz auf den vom knappen Taschengeld erstandenen Leerkassetten (zumeist von  BASFTDK oder Maxell) rar und daher extrem kostbar. … Da, der Moderator meldet sich: „Und nun: Platz Nummer Fünf!“ … für einen Moment steht die Zeit still, die Spannung ist unerträglich: Welcher Song wird es sein?!? Ist es der ersehnte? Werde ich in wenigen Minuten eine in meiner Songsammlung klaffende Lücke geschlossen haben?!? Oh, falls er nicht – Angst umklammert mein kleines Herz – gegen Ende des Liedes zu früh reinredet … hoffentlich nicht … bitte, bitte nicht …
Wer in den späten Siebzigern bzw. in den Achtzigern aufwuchs und musikbegeistert war, kennt diese Szenerie – sie spielte sich Woche für Woche im Kinder- bzw. Jugendzimmer ab. Die wöchentliche Hitparade: Zwei Stunden lang vergoss man Blut, Schweiß und Tränen.

Wenn die Displays magisch leuchteten …

Die Bedienung einer NASA Mondfähre war dagegen ein Kinderspiel.

Zwei Stunden lang pures Spektakel.

Wer mich kennt, weiß, dass ich von einer „Früher war alles besser“-Haltung weit entfernt bin. Obwohl sich ABBA und die Beatles getrennt haben und aller Grund dafür bestände. Doch zur Herausbildung des persönlichen, kindlich-jugendlichen Wertekanons war das Thema ‚Musik und wie ich sie bekomme‘ für unsere Generation von elementarer Bedeutung.

Klar: Jeder mag Musik. Heute genügt ein Klick zum sekundenschnellen Download, bevor es das Internet, Musikfernsehen oder auch nur eine Anmutung der heutigen Medienwelt gab, war jedoch nichts davon ganz einfach so greifbar – und schon gar nicht jederzeit. Klingt komisch, war aber so.

Der Wert, den eine vom knappen, zusammengesparten Taschengeld gekaufte Schallplatte daher besaß, oder den ein Lied hatte, auf das man tagelang hatte warten müssen, bis es im Radio gespielt wurde, so dass man es auf Kassette aufnehmen und dann so oft hören konnte, wie man wollte, schulte jedenfalls nicht nur mein Werteempfinden enorm. Anders gesagt: Man lernte, einem persönlich wichtige Dinge zu schätzen, weil es einiger Anstrengungen bedurfte, sie zu erhalten. Wie zum Beispiel die aktuellen Charthits auf Kassette.

Ganz gleich in welchem Sendegebiet Deutschlands man lebte, welcher der persönliche Haussender war und egal wie die Sendung und der Moderator hießen – ob also die ‚Hitparade International‘ mit Werner Reinke auf hr3, die ‚SWR 3 Hitline‘ mit Elmar Hörig oder Stefanie Tücking (sonntagsabends von 18:00 bis 20:00 Uhr), ‚Fritz und Hits‘ mit Fritz Egner auf Bayern 3, die entsprechenden Formate auf NDR 2 oder WDR 2 oder welche Chartshow auch immer: Die Hitparade und das Abenteuer des Mitschneidens auf Tape waren Happenings, implizieren identische Erfahrungen und wecken heute dieselben Erinnerungen.

Immer wieder donnerstags. Vor allem: donnerstags.
Ein Beispiel: Donnerstags ging in Hessen – auf hr3 – zwischen 19:00 und 21:00 Uhr die ‚Hitparade International‘ mit Moderator Werner Reinke auf Sendung. Sie war von 1974 bis 1989 das Epizentrum jugendlich-hessischen Musikinteresses. Denn hier geschah es: Hier bekam man, eingebettet in eine mitreißende Show und von der markanten Stimme Reinkes befeuert, quasi alle aktuellen Hits aus Pop und Rock serviert. Das Beste: Die Songs wurden so präsentiert, dass man es als nach ihnen lechzender Aufnahme-Musikus leicht hatte, sie mitzuschneiden und dadurch für alle Zeiten zu besitzen. Hot: Schon tags drauf waren sie in der Schule, auf Kassette in den Ghettoblaster von Klassenkamerad Martin eingelegt, Ausdruck des jugendlichen Horizonts und Zeitgeistempfindens.

Damit war der Schultag gerettet: im Schulbus, auf dem Weg von der Bushaltestelle zur Schule, in den Pausen und ab 13:00 Uhr wieder zurück zum sowie im Bus. Martin in der Mitte, alle anderen, möglichst nah drum herum.

Kaum zurück vom Fußballtraining meiner D-, C- oder B-Jugendmannschaft, schaltete ich meinen Kassettenrecorder der Marke Philips bzw. ab Juni 1984 meine Stereoanlage der Marke Pioneer ein. Endlich waren die Nachrichten und der Verkehrsservice vorbei, endlich erklang das die Sendung eröffnende Jingle: „Hitparade – Internationaaaaaal … mit Wer-ner Reeeiiiinnkkeeee!“ Ab jetzt war der Zirkus in der Stadt. Markant war auch die Unterlegmusik, auf die Meister Reinke seine Begrüßungsmoderation drapierte: ‚The Human League – Being Boiled‘. Die hatte er jedoch etwas hochgepitcht (= die Schallplatte in einer höheren Geschwindigkeit abspielen), im Radio lief sie schneller. Und das muss man sich mal vorstellen: Da sitzt der Moderator im Studio vor seinem Mikro und legt entweder selbst die nächste Schallplatte auf oder die redaktionelle Hilfskraft hinter der Glasscheibe ihm gegenüber erledigt das. Nix digital. Alle paar Wochen sprang eine Platte dann auch mal oder blieb hängen – für den Aufnehmenden zu Hause war das natürlich eine mittlere Katastrophe, denn damit war die Aufnahme futsch, das Warten auf genau dieses Lied vergebens gewesen. Zum Glück war Werner Reinke gnädig und startete entweder direkt einen zweiten Versuch oder, wenn das aus Zeitgründen nicht möglich war, initiierte er beim Moderator der ab 21:00 Uhr auf seine Show folgenden Sendung eine Wiederholung dort. Im worst case musste man eine Woche lang warten und darauf bauen, dass sich der Song abermals platzieren würde. Drama, Baby! 😉

Gleichzeitig gedrückt: *Record**Play*, *Pause* – und den Zeigefinger auf *Pause*.

Als aufmerksamer Beobachter der offiziellen Verkaufscharts und konstanter Hitparadenhörer wusste man natürlich ungefähr

∙ wann mit einem bestimmten, sich in den Top 75 neu platziert habenden, potenziellen Mega-Hit auch in der Radio-Hitparade zu rechnen war (in der Regel in der Sendung unmittelbar darauf)
∙ wie schnell sich ein Song Donnerstag für Donnerstag Richtung Platz 1 vorschieben würde
∙ wie lange sich das Lied auf Platz XY halten würde
∙ wann sich das Lied wieder nach unten orientieren würde

Warum das alles so wichtig war? Weil man die Uhrzeit, wann ein bestimmter Song, den man aufnehmen wollte, zwischen 19:00 und 21:00 Uhr möglichst exakt einschätzen musste. Schließlich konnte man nicht einfach 2 Stunden lang abgeschottet vom Rest der Welt im Jugendzimmer sitzen und Radio hören, sondern man musste nach dem Fußballtraining duschen, mithelfen, den Abendbrottisch zu decken, Abendbrot essen, den Tisch wieder abräumen, evtl. noch eine letzte Hausaufgabe erledigen. Während all dem galt es, das Ohr am Geschehen zu behalten. Timing war alles. Ergo die Situation bei uns am Abendbrottisch: In unseren Jugendzimmern hatten mein Bruder und ich unsere Kassettenlaufwerke präpariert (wie oben zu lesen), die Hitparade war zu hören: in Olivers Zimmer, in meinem Zimmer, im Wohnzimmer, und die Eltern fragten genervt, ob das denn wirklich alles sein müsse. Unsere Antwort: ein knappes, kompromissloses „Ja!“
Dann – die Spannung war greifbar, die Luft zum Schneiden dick – kündigte der Moderator den Song an, auf den man gewartet hatte (bzw. einen der Songs, auf die man gewartet hatte) und dann ließ entweder ich oder mein Bruder oder ließen wir beide unser Besteck fallen, schoss also entweder ich oder mein Bruder oder schossen wir beide wie von sämtlichen Taranteln gestochen in unser(e) Zimmer, hechteten vor unser aufnahmebereites Tapedeck und drückten hoffentlich genau dann, wenn das Jingle „Hit Nummmmeeer Eeeeiiiinnnsss“ verklungen, der erste Takt des Songs jedoch noch nicht erklungen war, die *Pause*-Taste. Hatte ich erwähnt, dass Timing alles war? Denn dann begannen sich die beiden Rädchen inmitten des Kassettengehäuses nach links zu drehen – das beruhigende Zeichen, dass man das Lied mitschnitt. Geschafft! Glücksgefühle.

Jetzt begann das Zittern: "Hoffentlich quatscht er nicht rein!"

Hatte man – millisekundengenau – hoffentlich den richtigen Moment des Loslassens der *Pause*-Taste erwischt und drehte sich in der Kassettenschublade das Magnetband, so verblieb dennoch eine letzte Hürde: das Ende des Songs – und damit das Ende der Aufnahme – sowie die damit verbundene Frage, wie das Lied beendet würde … Stoßgebete gen Himmel: „Hoffentlich spielt der Moderator das Lied bis zum Ende aus und redet nicht zu früh hinein … Im Ideeeaaaalfall würde er uns treu ergebenen Hörern sogar noch eine Sekunde völliger Stille schenken, damit wir auf *Pause* drücken könnten, ohne einen ersten Sprachfetzen „mitzunehmen“ …
Alternativ zu diesem Gefühl des völligen Ausgeliefertseins erwog man (man kannte seinen Moderationspappenheimer ja mittlerweile und wusste daher, wann er gen Ende eines Songs zu dessen Abmoderation anzusetzen pflegte), selbsttätig, mittels des Aufnahmepegel-Reglers, auszublenden. Hier bestand jedoch die Gefahr, womöglich zu früh mit der Ausblendung zu beginnen und dadurch einige Sekunden der kostbaren Aufnahme zu verschenken. Leben am Limit.
Zum Glück war Werner Reinke immer auf der Seite seiner Hörer: Er spielte jeden in den Top 10 platzierten Song aus und sprach lediglich in die Neuvorstellungen hinein. Aber die waren ja im Idealfall schon eine Woche später ebenfalls platziert, sprich: von den Hörern in die ‚Hitparade International‘ hinein gewählt worden, und wurden ergo spätestens dann ausgespielt. Von Herzen „Danke, Werner!“ 🙂

Die Nachbereitung: Bestandsaufnahme, Manöverkritik, Optimierungen.

Da es während der Sendung ja Schlag auf Schlag ging und ein Hit den nächsten jagte, blieb wenig bis keine Zeit, um zu überprüfen, ob denn die bereits getätigten Aufnahmen punktgenau begonnen hatten respektive ob sie in Perfektion beendet worden waren. Alles, was man während der Sendung tun konnte, war, nach jedem mitgeschnittenen Song 3-4 Sekunden Pause (= Stille) zu lassen, um nachträgliche Löschungen ggf. mitgeschnittener Sprachfetzen vornehmen zu können, ohne dass der Anfang des anschließend aufgenommenen Liedes angetastet würde. Zum Zwecke einer Sprachfetzenlöschung musste man kurz vor dem Einsetzen der unabsichtlich aufgenommenen Moderatorenstimme auf *Record*, *Play* und *Pause* drücken, den Aufnahmepegel ganz runter drehen, *Pause* sodann loslassen und dadurch den Sprachfetzen mit Stille überblenden. Das war zwar in gewisser Weise eine Notlösung, aber mir persönlich lieber als ein Stimmenextrakt. Puuh …

Heute unvorstellbar, damals normal: Aktuelle Songs mussten mühsam gejagt werden.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt der Manöverkritik: Welche Songs hatte man zu seiner Sammlung hinzufügen können, welche fehlten weiterhin? Denn man bekam ja nicht wirklich alle-alle-alle aktuellen Hits in ein und derselben Sendung zu hören. Wollte man also am ultimativen Musikpuls der Zeit sein, galt es, Lieder, die nicht in der ‚Hitparade International‘ platziert waren, sonntags in der ‚Hitline‘ auf SWR 3 zu erlegen. Oder am frühen Mittwochabend auf WDR 2. Oder direkt anschließend auf Bayern 3. Ganz einfach, um möglichst das Geld für den Kauf der teuren 7“-Vinylsingles zu sparen. 6 DM für eine Single waren schließlich ein kleines Vermögen. Auf eine 90er-Leerkassette hingegen passten knapp 25 Songs, das war viel wirtschaftlicher. So kosteten im Musikfachhandel meines jugendlichen Vertrauens, im ‚Breitenfelder‘ auf der Kaiserstraße unserer Kreisstadt Friedberg, zwei BASF Chromdioxid Super II 9,90 DM. Das war Platz für umgerechnet ca. 50 Songs, damit konnte man mehrere Wochen lang arbeiten. Wenn nicht sogar Monate. Daher ist jedes fertiggestellte Mixtape viel mehr als nur eine Ansammlung von Songs: Es ist ein Zeitdokument.

Ach ja, das hätte ich beinahe vergessen: den Aufnahmepegel, den Bandsortenschalter und Dolby NR.

Diese Schalter, die eine hypermoderne Stereoanlage des Jahres 1984 selbstverständlich besaß, eröffneten weitere Aufnahmeoptionen, warfen jedoch damit zusammenhängende Fragen auf.

Die Sache mit dem Aufnahmepegel war noch vergleichsweise einfach: Je höher er eingestellt war, desto mehr lief man Gefahr, dass die Aufnahme verzerrte. Je tiefer, desto dumpfer klang hinterher ein Lied.
Man justierte den Pegel also so, dass er möglichst eine Allgemeingültigkeit besaß, egal ob für ein basslastiges Stück, das ergo nicht zu hoch aussteuern durfte, oder für eine Ballade, die vor sich hin waberte, aber auf Tape dennoch klanglich ausgereift daherkommen sollte. Höchstens ein klein wenig nachjustieren, live, während der Aufnahme – ein durchaus kleiner Ritt auf der Rasierklinge …

Offerierte das Tape Deck die Option einer Bandsortenwahl, z. B. ‚Chrome‘ oder ‚Ferro‘, so lohnte sich ein Experiment, gleichwohl man z. B. ausschließlich Chromdioxid-Kassetten verwendete. Denn: Ein Chromdioxid-Tape, auf das man unter Anwahl des ‚Ferro‘-Modus aufnahm, klang etwas anders, als nach der Verwendung der ‚Chrome‘-Variante. Und umgekehrt. – Bevor Sie fragen: Ja, ich hatte Freunde. Ja, ich spielte Fußball wie ein Bekloppter und jagte auf meinem Fahrrad durch die Straßen unseres Dorfes – aber während Klassenkameraden auf ihrem C64 erste Programmierversuche unternahmen, dechiffrierte ich meine Stereoanlage. 😉

Nächstes Stichwort: Dolby NR. Das NR stand für ‚Noise Reduction‘. Es handelte sich, wie Kenner wissen, um ein Rauschunterdrückungssystem: es unterdrückte bzw. minimierte das bei Kassetten obligatorische Hintergrundrauschen. Ich erinnere mich an den Kauf meiner ersten Stereoanlage, am Tag nach meiner Konfirmation, im ProMarkt in Ffm-Eschborn. Aufgeregt wie ein Fußball-Nationalspieler vor’m WM-Finale betrat ich in Begleitung meiner Erziehungsberechtigten den Store. Schnurstracks in die richtige Abteilung und einen Verkäufer angesprochen, der präsentierte mir dann diese und jene Anlage, bevor er mich zu einem technischen Wunderwerk der Marke Pioneer führte. Er erklärte mir zunächst diverse andere Geräteeigenschaften, bevor er die magischen Worte sprach: „Das Kassettendeck bietet etwas völlig Neues: Es hat Dolby.“ Ich: „Was ist Dolby?“ Er: „Das ist ein Rauschunterdrückungssystem.“ Ich war starr vor Begeisterung. WAS FÜR EIN HEISSER SCHEISS!!! Die Entscheidung war gefallen.

In den kommenden Wochen experimentierte ich, welche Aufnahmevariante am besten klänge: mit Dolby aufnehmen und auch abspielen; mit Dolby aufnehmen, aber ohne Dolby abspielen; ohne Dolby aufnehmen, aber mit Dolby abspielen oder ohne Dolby aufnehmen und auch abspielen. Ich kam mir vor wie ein Raketenwissenschaftler.

Heute weiß ich: So schulte ich mein Gehör, entwickelte ich ein extrem feines Gefühl für Klänge, Klangoptionen und -qualitäten. Etwas, das mir auch als DJ zugute kommt.

Meine jahrelang (wie zuvor beschrieben) bespielten Kassetten lagern im hintersten Eck meines Kellers, aber hier einige meiner ab 1992 entstandenen Tapes, die ich greifbar habe: u. a. mit während der hr3-Clubnight aufgenommenen DJ-Sets. Sorgsam beschriftet, durchnummeriert und heiß geliebt 🙂

Ob genau so oder so ähnlich: Es sind die Erfahrungen (m)einer Generation.

„Genau so war’s!“, „Was hab ich geflucht, wenn er reinquatschte!“, „Und wenn man dann noch zwischendrin Bandsalat hatte!“ – wer zur (später entsprechend des gleichnamigen Buchs von Florian Illies genannten) „Generation Golf“ gehört – wer also in den Siebzigerjahres geboren wurde, kennt das alles. Und auch wenn das alles für heutige Ohren ziemlich befremdlich klingen mag: Es waren und sind wichtige Erfahrungen. Weil man dadurch das Wertschätzen lernte. Man lernte, sich Zeit für etwas zu nehmen, auf etwas zu warten – und sich dann umso mehr darüber freuen, wenn man es endlich hatte. Und wenn es nur ein bestimmtes Lied war – damals jedoch war es die Welt. So lotete man unbewusst Emotionalitäten, Gefühlszustände, aus. Das war (und ist) charakterbildend.
Wie schade, dass die Generierung neuer Musik heute oftmals, gerade für viele jüngere Menschen, ein emotionsloser Downloadvorgang ist. Aber: Das ist eben so, as time goes by. Ich bin jedoch überaus dankbar dafür, das hier Geschilderte erlebt zu haben – und ich kenne niemanden meiner (bzw. ja vielleicht unserer) Generation, der es nicht ebenfalls ist. Wie schön, sich bis über beide Ohren grinsend über derartiges auszutauschen und dabei jene Werte zu zelebrieren. Auch wenn es manchmal ein bisschen freaky anmutet. Sehr gerne. 😉 Und genau das meine ich auch, wenn ich erzähle, mich während einer Party, auf der ich auflege, darüber zu freuen, auf diese oder jene Platte angesprochen zu werden. Weil ich dann spüre, was dieser Song diesem Menschen bedeutete – und noch immer bedeutet.

Haben auch Sie derart prägende Erinnerungen an „Ihre“ Musik? An eine bestimmte Band, an einen Künstler (w/m/d) oder an bestimmte, mit Musik in Zusammenhang stehende Erlebnisse?
Schreiben Sie es mir per Mail oder als Kommentar auf Facebook. Ich freue mich darauf! Thank you for the Music.

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